Schweigen heisst Schweigen!

Wachmann-200Aus einer Beschuldigtenvernehmung:

Ich habe mich auf Anraten meines Rechtsanwaltes dazu entschieden, jetzt hier bei der Polizei keine Aussage zu machen.

Frage: Würden Sie trotzdem freiwillig über das Handy [...], das in Ihrem Zimmer aufgefunden wurde, Angaben machen? .

Antwort: Ja.

Frage: Wem gehört das Handy?

Antwort: Mir. Ich habe es von jemandem bekommen. [...]

Da kann man nur den Kopf schütteln…
…und zwar nicht nur über den Beschuldigten, sondern insbesondere auch über die Methoden der Polizeibeamten.

Hierzu werden sie wohl in der Hauptverhandlung als Zeugen Stellung nehmen müssen…

Und weil es nicht oft genug wiederholt werden kann: Schweigen ist Gold. In den wenigsten Fällen zahlt es sich für den Beschuldigten aus, bereits bei der Polizei Angaben zur Sache zu machen. Hierzu ist nach Akteneinsicht durch den Verteidiger oder auch in der Hauptverhandlung immer noch genügend Zeit; wenn es denn überhaupt Sinn macht und nicht Schweigen die günstigere Verteidigungslinie darstellt.

Kommentare

  1. Joachim meint

    Mit welchen “Methoden” haben Sie ein Problem? Falls Sie behaupten wollen, man dürfe nach der ersten Erklärung, schweigen zu wollen, nicht weiter fragen, wäre das jedenfalls Unsinn.

  2. meint

    Mein Schweigen, am Tatort (ich hatte über 2 Promille), wurde als Nichtvorliegen der Notwehrsituation gewertet. So hat es mein Verteidiger als unzulässige Vernehmingsmethode in der Revisionsschrift gerügt. Der mehrfach vorbestrafte Frustschläger (95 Kg) hatte auch Alkohol, welche 2 Stunden nach dem Vorfall aus dem Operationsblut festgestellt wurde (1.85 %o nach mind. 2 Plasma-Packungen). Ich (60Kg bei 1.85) habe diesen 4. Angriff (erwiesen) innerhalb von 20 Stunden nur gestoppt. Dennoch wurde ich wegen gef. Kv zu 30 Monaten verurteilt. Mein Zentralregisterauszug ist ein weisses Blatt (gewesen), ich war 47 Jahre alt. Solange ich schnaufe, werde ich das Urteil des LG-Bamberg als Fehlurteil aufzeigen. Mein § 2344 StGB wurde an die StA-schaft zurückgeschickt und eingestellt.

  3. meint

    Ich habe mit o.g. Helmut schon Kontakt aufgenommen.
    Die Methoden der Polizei erscheinen z.T., mehr als zweifelhaft, wie ich auf meiner Website beschreibe.
    Als Ex-Quelle habe ich gute Einblicke in die Arbeit der Polizei bekommen – aber auch über deren eigene krumme Dinger, wie z.B. Verflechtungen ins Milieu etc.
    Ein OK-Fall ist sicherlich extrem, aber auch im einfachsten Strafverfahren wird oftmals “getürkt”, oder die Darlegung des klaren Willens in der BV ignoriert, und dieser unterwandert.
    Dies, um eine “geeignete” Aussage zu erhalten, bestenfalls zum “Tatnachweis”

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