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	<title>Rechtsanwalt Strafrecht Joachim Sokolowski, Fachanwalt für Sozialrecht &#187; AO</title>
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	<description>Kanzleiseiten zu Strafverteidigung und mehr: Anwalt bloggt</description>
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		<title>Tischfußball ist Sport und deshalb gemeinnützig</title>
		<link>http://www.sokolowski.org/sonstiges/tischfusball-ist-sport-und-deshalb-gemeinnutzig/1887/</link>
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		<pubDate>Tue, 14 Sep 2010 19:29:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Joachim Sokolowski</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sonstiges]]></category>
		<category><![CDATA[AO]]></category>
		<category><![CDATA[§ 52 AO]]></category>
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		<category><![CDATA[Krankversicherung]]></category>
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		<category><![CDATA[Tischfußball]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Die Förderung des Tischfußballs in der Form des wettkampfmäßigen Drehstangen-Tischfußballs ist gemeinnützig, weil es sich um Förderung des Sports i.S. des § 52 Abs. 2 Nr. 2 Satz 1 AO handelt. Dies hat das Hessische Finanzgericht in seiner Entscheidung vom 23.06.2010 in dem Verfahren 4 K 501/09 festgestellt und seine Entscheidung u.a. wie folgt begründet:</p> <p> Die Tätigkeit der Klägerin in Gestalt des Drehstangen-Tischfußballs ist als Förderung der Allgemeinheit im Sinne des § 52 Abs. 1 S. 1 und Abs. 2 Nr. 2 S.1 AO anzuerkennen, da es sich dabei um Sport i. S. d. Gesetzes handelt. </p> <p> Mit <a href="http://www.sokolowski.org/sonstiges/tischfusball-ist-sport-und-deshalb-gemeinnutzig/1887/">weiter lesen...</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Förderung des Tischfußballs in der Form des wettkampfmäßigen Drehstangen-Tischfußballs ist gemeinnützig, weil es sich um Förderung des Sports i.S. des § <a href="http://dejure.org/gesetze/AO/52.html"  target="_blank" title="&sect; 52 AO: Gemeinn&uuml;tzige Zwecke">52 Abs. 2 Nr. 2 Satz 1 AO</a> handelt.<span id="more-1887"></span><br />
Dies hat das Hessische Finanzgericht in seiner Entscheidung vom 23.06.2010 in dem Verfahren <a href="http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=4 K 501/09"  target="_blank" title="FG Hessen, 23.06.2010 - 4 K 501/09">4 K 501/09</a> festgestellt und seine Entscheidung u.a. wie folgt begründet:</p>
<blockquote><p>
     Die Tätigkeit der Klägerin in Gestalt des Drehstangen-Tischfußballs ist als Förderung der Allgemeinheit im Sinne des § <a href="http://dejure.org/gesetze/AO/52.html"  target="_blank" title="&sect; 52 AO: Gemeinn&uuml;tzige Zwecke">52 Abs. 1 S. 1</a> und Abs. 2 Nr. 2 S.1 AO anzuerkennen, da es sich dabei um Sport i. S. d. Gesetzes handelt. </p>
<p>    Mit der Auslegung des Begriffs Sport im Rahmen der gesetzlichen Bestimmung des <a href="http://dejure.org/gesetze/AO/52.html"  target="_blank" title="&sect; 52 AO: Gemeinn&uuml;tzige Zwecke">§ 52 Abs. 2 Nr. 2 S. 1 AO</a> hat sich der BFH ausführlich in seinem Urteil vom 29.10.1997 <a href="http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=I R 13/97"  target="_blank" title="BFH, 29.10.1997 - I R 13/97">I R 13/97</a> (<a href="http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BStBl. II 1998, 9"  target="_blank" title="BFH, 29.10.1997 - I R 13/97">BStBl. II 1998, 9</a>) auseinandergesetzt. Der Senat schließt sich dieser Umschreibung des Begriffs Sport an. Danach umfasst der Begriff Sport im Sinne dieser Gesetzesvorschrift Betätigungen, die die allgemeine Definition des Sports erfüllen und die der körperlichen Ertüchtigung dienen. Erforderlich ist daher eine körperliche, über das ansonsten übliche Maß hinausgehende Aktivität, die durch äußerlich zu beobachtende Anstrengungen oder durch die einem persönlichen Können zurechenbare Kunstbewegungen gezeichnet ist. Ein wesentliches Merkmal des Begriffs Sport im Sinne des <a href="http://dejure.org/gesetze/AO/52.html"  target="_blank" title="&sect; 52 AO: Gemeinn&uuml;tzige Zwecke">§ 52 Abs. 2 Nr. 2 S. 1 AO</a> ist die körperliche Ertüchtigung. Soweit sich aus den Ausführungen des BFH zu der Tischfußball-Variante Tipp-Kick in seinem Urteil vom 12.11.1996 <a href="http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=I R 204/85"  target="_blank" title="BFH, 12.11.1986 - I R 204/85">I R 204/85</a> (<a href="http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BFH/NV 1987, 705"  target="_blank" title="BFH, 12.11.1986 - I R 204/85">BFH/NV 1987, 705</a>) ergeben könnte, dass der Sport auch die körperliche Ertüchtigung durch Leibesübung fördern müsse, hat der BFH diese Rechtssprechung ausdrücklich aufgegeben. Der BFH sieht in der Konsequenz sämtliche Formen des Motorsports und auch das Sportschießen als Sport im Sinne des <a href="http://dejure.org/gesetze/AO/52.html"  target="_blank" title="&sect; 52 AO: Gemeinn&uuml;tzige Zwecke">§ 52 Abs. 2 Nr. 2 S. 1 AO</a> an (vgl. zum Ganzen BFH-Urteil vom 29.10.1997 <a href="http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=I R 13/97"  target="_blank" title="BFH, 29.10.1997 - I R 13/97">I R 13/97</a>, <a href="http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BStBl. II 1998, 9"  target="_blank" title="BFH, 29.10.1997 - I R 13/97">BStBl. II 1998, 9</a> m.w.N.).<br />
    Legt man diese Umschreibung des Begriffs Sports zugrunde, so fällt auch der Drehstangen-Tischfußball, insbesondere soweit er – wie von dem Kläger gefördert &#8211; wettkampfmäßig in Gestalt von Ligaspielen, Weltmeisterschaften und Turnieren betrieben wird, darunter. Wie sich aus den umfangreichen tatsächlichen Ausführungen des Klägers zu dieser Sportart ergibt und wie das Gericht auch aus eigener Anschauung weis, stellt der Drehstangen-Tischfußball insbesondere in seiner Wettkampfsvariante eine über das ansonsten übliche Maß hinausgehende Aktivität dar. Darüber hinaus erfordert er auch, was die Betätigung der Drehstangen anbelangt, in hohem Maße einem persönlichen Können zurechenbare Kunstbewegungen. </p>
<p>    Die von dem Kläger geförderte Variante des Tischfußballs ist insofern abzugrenzen von den Tischfußball-Varianten Subbuteo und Tipp-Kick. Die bisherige, eine Förderung des Sports ablehnende Rechtssprechung der Finanzgerichte betraf lediglich diese beiden Varianten des Tischfußballs (zu Subbuteo FG Köln vom 17.10.1994, juris; zu Tipp-Kick BFH-Beschluss vom 28.05.1986 I S 17/85, juris und BFH-Urteil vom 12.11.1986 <a href="http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=I R 204/85"  target="_blank" title="BFH, 12.11.1986 - I R 204/85">I R 204/85</a>, <a href="http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BFH/NV 1987, 705"  target="_blank" title="BFH, 12.11.1986 - I R 204/85">BFH/NV 1987, 705</a> sowie das der BFH-Entscheidung vorhergehende erstinstanzliche Urteil des FG Berlin vom 09.09.1985, EFG 1986, 419). </p>
<p>    Das für die steuerrechtliche Förderungswürdigkeit entscheidende Kriterium ist die Eignung des Drehstangen-Tischfußballs zur körperlichen Ertüchtigung (so auch BFH-Urteil vom 29.10.1997 <a href="http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=I R 13/97"  target="_blank" title="BFH, 29.10.1997 - I R 13/97">I R 13/97</a>, <a href="http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BStBl. II 1998, 9"  target="_blank" title="BFH, 29.10.1997 - I R 13/97">BStBl. II 1998, 9</a> für die Frage der Förderungswürdigkeit des Motorsports). Die hier zu beurteilende Variante des Tischfußballs eignet sich aufgrund des dafür erforderlichen Körpereinsatzes und der sich ergebenden Anforderungen an Konzentration und Kondition zur körperlichen Ertüchtigung der Spieler. Der Drehstangen-Tischfußball erfordert einen wesentlich höheren Kraft- und Bewegungsaufwand als die Tischfußballvarianten Subbuteo und Tipp-Kick. und stellt aufgrund der Spielgeschwindigkeit weit höhere Anforderung an das Konzentrations- und Reaktionsvermögen der Spieler. Die Eignung zur körperlichen Ertüchtigung ist auch augenfällig, wenn man die von dem Kläger geförderte Tischfußball-Variante hinsichtlich ihrer Anforderungen an Geschick, körperliche Leistungsfähigkeit und Konzentrationsvermögen mit anderen Sportarten vergleicht, deren Eignung zur körperlichen Ertüchtigung in Rechtsprechung und Verwaltung anerkannt ist (so z.B. Motorsport, Segelfliegen, Dart und Sportschießen).
</p></blockquote>
<p>Die Entscheidung kann <a href="http://www.lareda.hessenrecht.hessen.de/jportal/portal/t/1quf/page/bslaredaprod.psml?pid=Dokumentanzeige&#038;showdoccase=1&#038;js_peid=Trefferliste&#038;documentnumber=17&#038;numberofresults=52&#038;fromdoctodoc=yes&#038;doc.id=STRE201075132%3Ajuris-r01&#038;doc.part=L&#038;doc.price=0.0&#038;doc.hl=1#focuspoint"  target="_blank">hier auf den Seiten des Hessenrechts im Volltext </a>abgerufen werden.</p>
<small style="text-color:#cccccc;">Copyright &copy; 2012 by <strong><a href="http://www.sokolowski.org" >Rechtsanwalt Strafrecht Joachim Sokolowski, Fachanwalt für Sozialrecht</a></strong> J. Sokolowski</small><hr/>]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Bandenmäßige Steuerhehlerei; Zigarettenschmuggel</title>
		<link>http://www.sokolowski.org/strafrecht/bandenmasige-steuerhehlerei-zigarettenschmuggel/289/</link>
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		<pubDate>Tue, 05 Jun 2007 11:48:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Joachim Sokolowski</dc:creator>
				<category><![CDATA[- Strafrecht]]></category>
		<category><![CDATA[AO]]></category>
		<category><![CDATA[§ 246 StGB]]></category>
		<category><![CDATA[§ 373 AO]]></category>
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		<description><![CDATA[<p align="justify">Nach der Enstcheidung des Bundesgerichtshofes vom 10. Mai 2007 in dem Verfahren 5 StR 87/07 sehen die Steuerstrafnormen der §§ 374, 373 AO keine bandenmäßige Steuerhehlerei vor.</p> <p align="justify"> Seine Entscheidung begründet das Gericht maßgeblich wie folgt: </p> <p align="justify"> Die Steuerstrafnormen §§ 374, 373 AO sehen keine bandenmäßige Steuerhehlerei vor. Denn § 374 Abs. 1 AO verweist hinsichtlich des anzuwendenden Strafrahmens nur für den Fall einer gewerbsmäßigen Tatbegehung auf die Rechtsfolge des § 373 AO. Die Kennzeichnung der Taten der Steuerhehlerei als bandenmäßig begangen hat deshalb in den Schuldsprüchen zu entfallen.</p> <p align="justify"> c) Das Landgericht hätte nach <a href="http://www.sokolowski.org/strafrecht/bandenmasige-steuerhehlerei-zigarettenschmuggel/289/">weiter lesen...</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p align="justify">Nach der Enstcheidung des Bundesgerichtshofes vom 10. Mai 2007 in dem Verfahren <a href="http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=5 StR 87/07"  target="_blank" title="BGH, 10.05.2007 - 5 StR 87/07">5 StR 87/07</a> sehen die Steuerstrafnormen der §§ <a href="http://dejure.org/gesetze/AO/374.html"  target="_blank" title="&sect; 374 AO: Steuerhehlerei">374</a>, <a href="http://dejure.org/gesetze/AO/373.html"  target="_blank" title="&sect; 373 AO: Gewerbsm&auml;&szlig;iger, gewaltsamer und bandenm&auml;&szlig;iger Schmuggel">373 AO</a> keine bandenmäßige Steuerhehlerei vor.</p>
<p align="justify"> Seine Entscheidung begründet das Gericht maßgeblich wie folgt:<br />
<span id="more-289"></span>
</p>
<p align="justify"> Die Steuerstrafnormen §§ <a href="http://dejure.org/gesetze/AO/374.html"  target="_blank" title="&sect; 374 AO: Steuerhehlerei">374</a>, <a href="http://dejure.org/gesetze/AO/373.html"  target="_blank" title="&sect; 373 AO: Gewerbsm&auml;&szlig;iger, gewaltsamer und bandenm&auml;&szlig;iger Schmuggel">373 AO</a> sehen keine bandenmäßige Steuerhehlerei vor. Denn <a href="http://dejure.org/gesetze/AO/374.html"  target="_blank" title="&sect; 374 AO: Steuerhehlerei">§ 374 Abs. 1 AO</a> verweist hinsichtlich des anzuwendenden Strafrahmens nur für den Fall einer gewerbsmäßigen Tatbegehung auf die Rechtsfolge des <a href="http://dejure.org/gesetze/AO/373.html"  target="_blank" title="&sect; 373 AO: Gewerbsm&auml;&szlig;iger, gewaltsamer und bandenm&auml;&szlig;iger Schmuggel">§ 373 AO</a>. Die Kennzeichnung der Taten der Steuerhehlerei als bandenmäßig begangen hat deshalb in den Schuldsprüchen zu entfallen.</p>
<p align="justify"> c) Das Landgericht hätte nach rechtsfehlerfrei angenommener gewerbs- und bandenmäßigen Begehung der Betrugstaten (<a href="http://dejure.org/gesetze/StGB/263.html"  target="_blank" title="&sect; 263 StGB: Betrug">§ 263 Abs. 5 StGB</a>) diese Verbrechensqualifikation entsprechend tenorieren müssen. Dies holt der Senat nach.</p>
<p align="justify"> 2. Die Einzel- und Gesamtstrafen haben keinen Bestand.<br />
a) Die Strafzumessung in den Steuerhehlereifällen leidet jedenfalls an folgenden durchgreifenden Rechtsfehlern: Das Landgericht hat ungeachtet der Besonderheiten der Einzelfälle und der teilweise um ein Mehrfaches voneinander abweichenden Höhe der Hinterziehungsbeträge bei jedem Angeklagten ohne weitere Begründung stets für ihn identische Einzelstrafen verhängt. Bereits dies begegnet hier Bedenken, weil das Landgericht bei der Strafzumessung maßgeblich auf die Höhe der hinterzogenen Abgaben abgestellt hat. Für den Senat ist nicht nachvollziehbar, warum sich diese Differenzen nicht auf die Bemessung der Einzelstrafen ausgewirkt haben. Zudem sind die Beteiligungen in den Fällen III. 1 Buchstaben b und d, in denen die Zigaretten vor Auslieferung an die englischen Abnehmer sichergestellt wurden, mit den gleichen Strafen wie in den übrigen Fällen geahndet worden. Einer Auseinandersetzung mit dem entlastenden Umstand der Sicherstellung hätte es bei der Verhängung gleich hoher Strafen indes bedurft.
</p>
<p align="justify"> b) Der Senat kann nicht ausschließen, dass die rechtsfehlerhafte Strafzumessung im Tatkomplex III. 1 die Straffindung in den übrigen Fällen der Unterschlagungen und Betrugstaten beeinflusst hat, zumal auch bei den Betrugstaten ungeachtet des zum Teil deutlich unterschiedlichen Schadensumfanges jeweils die gleichen Einzelstrafen verhängt wurden. Um dem nunmehr berufenen Tatrichter eine insgesamt neue und in sich stimmige Strafenbildung zu ermöglichen, hebt der Senat daher sämtliche Strafen auf.</p>
<p align="justify"> 3. Der nach <a href="http://dejure.org/gesetze/StGB/73.html"  target="_blank" title="&sect; 73 StGB: Voraussetzungen des Verfalls">§ 73 StGB</a> angeordnete Verfall des beim Angeklagten Sa. sichergestellten Geldes kann ebenfalls keinen Bestand haben. Zwar hat sich das Landgericht rechtsfehlerfrei davon überzeugt, dass es sich bei diesen Geldbeträgen um die Belohnung des Angeklagten für seine Beteiligung an den verfahrensgegenständlichen Taten handelt. Indes hat das Landgericht nicht bedacht, dass die erheblich höheren zivilrechtlichen Ansprüche der durch die Betrugstaten geschädigten Firmen L. S. GmbH, M. GmbH und U. sowie der Anspruch des Steuerfiskus gemäß <a href="http://dejure.org/gesetze/AO/71.html"  target="_blank" title="&sect; 71 AO: Haftung des Steuerhinterziehers und des Steuerhehlers">§ 71 AO</a> i.V.m. <a href="http://dejure.org/gesetze/AO/374.html"  target="_blank" title="&sect; 374 AO: Steuerhehlerei">§ 374 AO</a> (vgl. dazu BGH <a href="http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=wistra 2001, 96"  target="_blank" title="wistra 2001, 96 (2 zugeordnete Entscheidungen)">wistra 2001, 96</a>, 97 f.) den Verfall hier gemäß <a href="http://dejure.org/gesetze/StGB/73.html"  target="_blank" title="&sect; 73 StGB: Voraussetzungen des Verfalls">§ 73 Abs. 1 Satz 2 StGB</a> ausschließen.</p>
<p align="justify"> 4. Das neue Tatgericht wird bei der insgesamt neu vorzunehmenden Strafzumessung die Strafen für die Unterschlagungen dem Strafrahmen des <a href="http://dejure.org/gesetze/StGB/246.html"  target="_blank" title="&sect; 246 StGB: Unterschlagung">§ 246 Abs. 1 StGB</a> zu entnehmen haben. Die bisherigen Feststellungen belegen nicht ausreichend, dass die Sattelzüge auch den Angeklagten D. und K. im Sinne des <a href="http://dejure.org/gesetze/StGB/246.html"  target="_blank" title="&sect; 246 StGB: Unterschlagung">§ 246 Abs. 2 StGB</a> anvertraut waren.</p>
<p align="justify"> Die Entscheidung kann im <a href="http://juris.bundesgerichtshof.de/cgi-bin/rechtsprechung/document.py?Gericht=bgh&amp;Art=en&amp;Datum=Aktuell&amp;Sort=12288&amp;nr=40033&amp;pos=0&amp;anz=566&amp;Blank=1.pdf"  target="_blank">Volltext hier auf den Seiten des BGH</a> abgerufen werden.</p>
<small style="text-color:#cccccc;">Copyright &copy; 2012 by <strong><a href="http://www.sokolowski.org" >Rechtsanwalt Strafrecht Joachim Sokolowski, Fachanwalt für Sozialrecht</a></strong> J. Sokolowski</small><hr/>]]></content:encoded>
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		<title>Kindergeldnachzahlungen sind nicht zu verzinsen.</title>
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		<pubDate>Thu, 27 Jul 2006 07:09:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Joachim Sokolowski</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sozialrecht]]></category>
		<category><![CDATA[AO]]></category>
		<category><![CDATA[§ 223a AO]]></category>
		<category><![CDATA[§ 286 BGB]]></category>
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		<description><![CDATA[Der Bundesfinanzhof hat in seiner Entscheidung vom 20. April 2006 in dem Verfahren III R 64/04 festgestellt, dass Kindergeldnachzahlungen nicht zu verzinsen sind. ... <a href="http://www.sokolowski.org/sozialrecht/kindergeldnachzahlungen-sind-nicht-zu-verzinsen/215/">weiter lesen...</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p align="justify">Der Bundesfinanzhof hat in seiner Entscheidung vom 20. April 2006 in dem Verfahren <a href="http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=III R 64/04"  target="_blank" title="III R 64/04 (2 zugeordnete Entscheidungen)">III R 64/04</a> festgestellt, dass Kindergeldnachzahlungen nicht zu verzinsen sind.</p>
<p align="justify"> Seine Entscheidung hat das Gericht wie folgt begründet:<br />
<span id="more-215"></span></p>
<p align="justify"> 1. Ein Zinsanspruch ergibt sich, wie das FG zutreffend entschieden hat, nicht aus <a href="http://dejure.org/gesetze/AO/233a.html"  target="_blank" title="&sect; 233a AO: Verzinsung von Steuernachforderungen und Steuererstattungen">§ 233a AO</a> 1977.<br />
a) Die sog. Vollverzinsung von Steuernachforderungen und Steuererstattungen gilt nach dem eindeutigen Wortlaut der Vorschrift nur für Unterschiedsbeträge i.S. des <a href="http://dejure.org/gesetze/AO/233a.html"  target="_blank" title="&sect; 233a AO: Verzinsung von Steuernachforderungen und Steuererstattungen">§ 233a Abs. 3 AO</a> 1977, die sich bei der Festsetzung der Einkommen-, Körperschaft-, Vermögen-, Umsatz- oder Gewerbesteuer ergeben. Diese Aufzählung ist abschließend. Deshalb werden z.B. der Solidaritätszuschlag, Zölle und Verbrauchsteuern, Abzugssteuern (z.B. Lohn- und Kapitalertragsteuer) nicht gemäß <a href="http://dejure.org/gesetze/AO/233a.html"  target="_blank" title="&sect; 233a AO: Verzinsung von Steuernachforderungen und Steuererstattungen">§ 233a AO</a> 1977 verzinst (Heuermann in Hübschmann/Hepp/Spitaler &#8211;HHSp&#8211;, <a href="http://dejure.org/gesetze/AO/233a.html"  target="_blank" title="&sect; 233a AO: Verzinsung von Steuernachforderungen und Steuererstattungen">§ 233a AO</a> 1977 Rz. 21 ff.)<br />
<a href="http://dejure.org/gesetze/AO/233a.html"  target="_blank" title="&sect; 233a AO: Verzinsung von Steuernachforderungen und Steuererstattungen">§ 233a AO</a> 1977 ist nach einhelliger Ansicht auch auf die Erstattung oder Nachforderung von Steuervergütungen nicht anzuwenden (FG Köln, Urteil vom 3. Juli 2002  <a href="http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=15 K 4409/01"  target="_blank" title="FG K&ouml;ln, 03.07.2002 - 15 K 4409/01">15 K 4409/01</a>, <a href="http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=EFG 2004, 84"  target="_blank" title="FG K&ouml;ln, 03.07.2002 - 15 K 4409/01">EFG 2004, 84</a>, rkr.; Heuermann in HHSp, <a href="http://dejure.org/gesetze/AO/233a.html"  target="_blank" title="&sect; 233a AO: Verzinsung von Steuernachforderungen und Steuererstattungen">§ 233a AO</a> 1977 Rz. 21; Loose in Tipke/Kruse, Abgabenordnung, Finanzgerichtsordnung, <a href="http://dejure.org/gesetze/AO/233a.html"  target="_blank" title="&sect; 233a AO: Verzinsung von Steuernachforderungen und Steuererstattungen">§ 233a AO</a> 1977 Tz. 10; Klein/Rüsken, AO, 8. Aufl., § 233a Rz. 6; Pahlke/Koenig, Abgabenordnung, § 233a Rz. 13). Kindergeld gehört materiell zur Einkommensteuer und wird gemäß § <a href="http://dejure.org/gesetze/EStG/31.html"  target="_blank" title="&sect; 31 EStG: Familienleistungsausgleich">31 Satz 3</a> des Einkommensteuergesetzes (EStG) als Steuervergütung gezahlt, es beruht jedoch nicht auf einer &#8211;von <a href="http://dejure.org/gesetze/AO/233a.html"  target="_blank" title="&sect; 233a AO: Verzinsung von Steuernachforderungen und Steuererstattungen">§ 233a Abs. 1 AO</a> 1977 vorausgesetzten&#8211; Festsetzung der Einkommensteuer (vgl. Loose in Tipke/Kruse, a.a.O., <a href="http://dejure.org/gesetze/AO/233a.html"  target="_blank" title="&sect; 233a AO: Verzinsung von Steuernachforderungen und Steuererstattungen">§ 233a AO</a> 1977 Tz. 10).<br />
b) <a href="http://dejure.org/gesetze/AO/233a.html"  target="_blank" title="&sect; 233a AO: Verzinsung von Steuernachforderungen und Steuererstattungen">§ 233a AO</a> 1977 ist auch nicht entsprechend anwendbar.<br />
<a href="http://dejure.org/gesetze/AO/233a.html"  target="_blank" title="&sect; 233a AO: Verzinsung von Steuernachforderungen und Steuererstattungen">§ 233a AO</a> 1977 enthält keinen allgemeinen Rechtsgedanken, dass Ansprüche aus dem abgabenrechtlichen Verhältnis zwischen Bürger und Verwaltung stets zu verzinsen sind, um mögliche Zinsvorteile oder Nachteile auszugleichen. Wie der Bundesfinanzhof (BFH) in dem Urteil vom 17. Februar 1987 <a href="http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VII R 21/84"  target="_blank" title="BFH, 17.02.1987 - VII R 21/84">VII R 21/84</a> (<a href="http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BFHE 149, 15"  target="_blank" title="BFH, 17.02.1987 - VII R 21/84">BFHE 149, 15</a>, <a href="http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BStBl II 1987, 368"  target="_blank" title="BFH, 17.02.1987 - VII R 21/84">BStBl II 1987, 368</a>) unter Hinweis auf den Beschluss des Bundesverfassungsgerichts (BVerfG) vom 19. September 1997  1 BvR 571/76 (Steuerrechtsprechung in Karteiform, Investitionszulagengesetz 1969, § 1, Rechtsspruch 10) und auf das Urteil des BFH vom 31. Oktober 1974 <a href="http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=IV R 160/69"  target="_blank" title="BFH, 31.10.1974 - IV R 160/69">IV R 160/69</a> (<a href="http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BFHE 114, 397"  target="_blank" title="BFH, 31.10.1974 - IV R 160/69">BFHE 114, 397</a>, <a href="http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BStBl II 1975, 370"  target="_blank" title="BFH, 31.10.1974 - IV R 160/69">BStBl II 1975, 370</a>) ausgeführt hat, besteht kein allgemeiner Rechtsgrundsatz auf Verzinsung rückständiger Leistungen des Staates.<br />
2. Der Klägerin stehen Zinsen auch nicht nach anderen Vorschriften zu.<br />
a) Ein Anspruch auf Prozesszinsen für Steuervergütungen setzt gemäß <a href="http://dejure.org/gesetze/AO/236.html"  target="_blank" title="&sect; 236 AO: Prozesszinsen auf Erstattungsbetr&auml;ge">§ 236 AO</a> 1977 voraus, dass die Steuervergütung durch oder aufgrund einer rechtskräftigen gerichtlichen Entscheidung gewährt wird. Dies ist nur dann der Fall, wenn der Anspruch als solcher rechtshängig gewesen ist, nicht aber, wenn die Gewährung der Steuervergütung auf einer gerichtlichen Entscheidung für einen anderen Zeitraum (z.B. Parallelverfahren desselben Klägers, vgl. FG Köln, Urteil in <a href="http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=EFG 2004, 84"  target="_blank" title="FG K&ouml;ln, 03.07.2002 - 15 K 4409/01">EFG 2004, 84</a>) oder der Klage eines Dritten beruht. Wird ein Einspruchsverfahren wegen eines Musterverfahrens zum Ruhen gebracht oder ausgesetzt, so können nach einer Änderung infolge des günstigen Ausganges des Musterverfahrens keine Prozesszinsen beansprucht werden (BFH-Urteile in <a href="http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BFHE 114, 397"  target="_blank" title="BFH, 31.10.1974 - IV R 160/69">BFHE 114, 397</a>, <a href="http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BStBl II 1975, 370"  target="_blank" title="BFH, 31.10.1974 - IV R 160/69">BStBl II 1975, 370</a> zu § 259 Abs. 2 der Reichsabgabenordnung &#8211;AO&#8211;, § <a href="http://dejure.org/gesetze/FGO/111.html"  target="_blank" title="&sect; 111 FGO">111</a> der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211; a.F.; vom 16. Dezember 1987 <a href="http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=I R 350/83"  target="_blank" title="BFH, 16.12.1987 - I R 350/83">I R 350/83</a>, <a href="http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BFHE 152, 401"  target="_blank" title="BFH, 16.12.1987 - I R 350/83">BFHE 152, 401</a>, <a href="http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BStBl II 1988, 600"  target="_blank" title="BFH, 16.12.1987 - I R 350/83">BStBl II 1988, 600</a>; Loose in Tipke/Kruse, a.a.O., <a href="http://dejure.org/gesetze/AO/236.html"  target="_blank" title="&sect; 236 AO: Prozesszinsen auf Erstattungsbetr&auml;ge">§ 236 AO</a> 1977 Tz. 14;<font color="Navy" face="Courier New"> </font><font face="Courier New">Schwarz, AO, § 236 Rdnr. 4).</font></p>
<p>b) Erstattungen oder Nachzahlungen von Kindergeld nach dem BKGG sind nach § <a href="http://dejure.org/gesetze/SGB_I/44.html"  target="_blank" title="&sect; 44 SGB I: Verzinsung">44 SGB I</a> mit 4 v.H. zu verzinsen. Diese Vorschrift gilt jedoch nur für die Verzinsung von sozialrechtlichen Ansprüchen, nicht aber für das von der Klägerin aufgrund der <a href="http://dejure.org/gesetze/EStG/62.html"  target="_blank" title="&sect; 62 EStG: Anspruchsberechtigte">§§ 62 ff. EStG</a> bezogene Kindergeld; dabei ist unerheblich, ob oder inwieweit Kindergeld materiell teilweise zur Förderung der Familie (vgl. <a href="http://dejure.org/gesetze/EStG/31.html"  target="_blank" title="&sect; 31 EStG: Familienleistungsausgleich">§ 31 Satz 2 EStG</a>) gewährt wird.</p>
<p align="justify"> c) Öffentlich-rechtliche Erstattungsansprüche gemäß <a href="http://dejure.org/gesetze/AO/37.html"  target="_blank" title="&sect; 37 AO: Anspr&uuml;che aus dem Steuerschuldverh&auml;ltnis">§ 37 Abs. 2 AO</a> 1977 sind nur dann zu verzinsen, wenn dies gesetzlich vorgeschrieben ist. Im Streitfall fehlt eine entsprechende Vorschrift.<br />
d) Der Zinsanspruch kann auch nicht auf §§ <a href="http://dejure.org/gesetze/BGB/286.html"  target="_blank" title="&sect; 286 BGB: Verzug des Schuldners">286 Abs. 1</a>, <a href="http://dejure.org/gesetze/BGB/288.html"  target="_blank" title="&sect; 288 BGB: Verzugszinsen">288 Abs. 1</a> des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB) gestützt werden. Diese Vorschriften über die Folgen des Verzuges gelten nur für zivilrechtliche Ansprüche, nicht aber für einen Steuervergütungsanspruch.<br />
3. Die Versagung der Verzinsung verstößt nicht gegen den verfassungsrechtlichen Gleichheitssatz.</p>
<p>Der allgemeine Gleichheitssatz (Art. <a href="http://dejure.org/gesetze/GG/3.html"  target="_blank" title="Art. 3 GG">3 Abs. 1</a> des Grundgesetzes &#8211;GG&#8211;) gebietet dem Gesetzgeber, wesentlich Gleiches gleich und wesentlich Ungleiches ungleich zu behandeln (ständige Rechtsprechung des BVerfG, z.B. Beschlüsse vom 15. Juli 1998  <a href="http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=1 BvR 1554/89"  target="_blank" title="BVerfG, 15.07.1998 - 1 BvR 1554/89: Versorgungsanwartschaften">1 BvR 1554/89</a>, <a href="http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BVerfGE 98, 365"  target="_blank" title="BVerfG, 15.07.1998 - 1 BvR 1554/89: Versorgungsanwartschaften">BVerfGE 98, 365</a>, 385; vom 11. Januar 2005  <a href="http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=2 BvR 167/02"  target="_blank" title="2 BvR 167/02 (3 zugeordnete Entscheidungen)">2 BvR 167/02</a>, BFH/NV 2005, Beilage 3, 260). Er gilt für ungleiche Belastungen wie auch für ungleiche Begünstigungen (BVerfG-Beschluss vom 11. Oktober 1988  1 BvR 777, 882, 1239/85, <a href="http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BVerfGE 79, 1"  target="_blank" title="BVerfG, 11.10.1988 - 1 BvR 777/85">BVerfGE 79, 1</a>, 17). Verboten ist daher auch ein gleichheitswidriger Begünstigungsausschluss (BVerfG-Beschluss vom 31. Januar 1996  2 BvL 39, 40/93, <a href="http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BVerfGE 93, 386"  target="_blank" title="BVerfG, 31.01.1996 - 2 BvL 39/93: Auslandszuschlag">BVerfGE 93, 386</a>, 396; BVerfG-Urteil vom 6. März 2002  <a href="http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=2 BvL 17/99"  target="_blank" title="BVerfG, 06.03.2002 - 2 BvL 17/99: Pensionsbesteuerung">2 BvL 17/99</a>, <a href="http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BVerfGE 105, 73"  target="_blank" title="BVerfG, 06.03.2002 - 2 BvL 17/99: Pensionsbesteuerung">BVerfGE 105, 73</a>, 110 ff., 133), bei dem eine Begünstigung einem Personenkreis gewährt, einem anderen aber vorenthalten wird (BVerfG-Beschluss vom 8. Juni 2004  <a href="http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=2 BvL 5/00"  target="_blank" title="BVerfG, 08.06.2004 - 2 BvL 5/00: Zur Nichtgew&auml;hrung eines Teilkindergelds an Grenzg&auml;nger in die...">2 BvL 5/00</a>, <a href="http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BVerfGE 110, 412"  target="_blank" title="BVerfG, 08.06.2004 - 2 BvL 5/00: Zur Nichtgew&auml;hrung eines Teilkindergelds an Grenzg&auml;nger in die...">BVerfGE 110, 412</a>, 431). Andererseits steht dem Gesetzgeber eine Gestaltungsfreiheit zu, die je nach Rechtsgebiet unterschiedlich ausgeprägt ist und vom bloßen Willkürverbot bis zu einer strengen Bindung an Verhältnismäßigkeitserfordernisse reicht. Dabei ist auch die grundsätzliche Befugnis des Gesetzgebers zur Vereinfachung und Typisierung zu beachten: Er darf generalisierende, typisierende und pauschalierende Regelungen treffen, ohne wegen der damit unvermeidlich verbundenen Härten gegen den allgemeinen Gleichheitssatz zu verstoßen (BVerfG-Beschluss vom 16. März 2005  <a href="http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=2 BvL 7/00"  target="_blank" title="BVerfG, 16.03.2005 - 2 BvL 7/00">2 BvL 7/00</a>, BFH/NV 2005 Beilage 4, 356, Neue Juristische Wochenschrift &#8211;NJW&#8211; 2005, 2448, m.w.N.). Nähere Maßstäbe und Kriterien dafür, unter welchen Voraussetzungen im Einzelfall der allgemeine Gleichheitssatz verletzt ist, lassen sich danach nicht abstrakt und allgemein, sondern nur bezogen auf die jeweils betroffenen unterschiedlichen Sach- und Regelungsbereiche präzisieren (BVerfG-Beschluss in BFH/NV 2005, Beilage 4, 356).<br />
Die Klägerin wird hinsichtlich der Verzinsung ihres Kindergeldanspruchs anders behandelt als dies bei einem Streit über den Kinderfreibetrag oder Kindergeld nach dem BKGG geschehen wäre: Eine Änderung ihres Einkommensteuerbescheides durch Gewährung des einkommensteuerlichen Kinderfreibetrags (<a href="http://dejure.org/gesetze/EStG/32.html"  target="_blank" title="&sect; 32 EStG: Kinder, Freibetr&auml;ge f&uuml;r Kinder">§ 32 Abs. 6 EStG</a>) hätte gemäß <a href="http://dejure.org/gesetze/AO/233a.html"  target="_blank" title="&sect; 233a AO: Verzinsung von Steuernachforderungen und Steuererstattungen">§ 233a AO</a> 1977 Zinsen entstehen lassen. Wenn der Kindergeldanspruch nicht auf <a href="http://dejure.org/gesetze/EStG/62.html"  target="_blank" title="&sect; 62 EStG: Anspruchsberechtigte">§§ 62 ff. EStG</a>, sondern &#8211;mangels unbeschränkter Steuerpflicht der Klägerin im Inland&#8211; auf § 1 BKGG beruht hätte, so wäre er nach § <a href="http://dejure.org/gesetze/SGB_I/44.html"  target="_blank" title="&sect; 44 SGB I: Verzinsung">44 SGB I</a> mit 4 v.H. zu verzinsen gewesen.<br />
Darin ist jedoch keine verfassungswidrige Ungleichbehandlung zu sehen. Bei der Regelung der Verzinsung von Ansprüchen handelt es sich nicht um einen grundrechtlich sensiblen Bereich, so dass dem Gesetzgeber ein großer Gestaltungsspielraum zuzugestehen ist. Steuern wurden seit 1934 allgemein nicht verzinst und auch gegenwärtig erfasst <a href="http://dejure.org/gesetze/AO/233a.html"  target="_blank" title="&sect; 233a AO: Verzinsung von Steuernachforderungen und Steuererstattungen">§ 233a AO</a> 1977 &#8211;wie dargelegt&#8211; nur Teilbereiche des Steuerschuldverhältnisses. Dies ist bislang verfassungsrechtlich nicht problematisiert worden.<br />
Die Einführung der sog. Vollverzinsung durch das Steuerreformgesetz 1990 war für die Steuerpflichtigen ein &#8220;zweischneidiges Schwert&#8221;. Indem sowohl Nachzahlungen wie auch Erstattungen verzinst werden, wirkt <a href="http://dejure.org/gesetze/AO/233a.html"  target="_blank" title="&sect; 233a AO: Verzinsung von Steuernachforderungen und Steuererstattungen">§ 233a AO</a> 1977 zwar zugunsten wie zulasten der Steuerbürger. Saldiert ergeben sich jedoch Mehreinnahmen der Verwaltung, die der Gesetzgeber auch beabsichtigt hatte,und dementsprechend eine Mehrbelastung der Bürger (Monatsbericht des Bundesministeriums der Finanzen, April 2004, S. 19).<br />
Die Entscheidung des Gesetzgebers, von einer Verzinsung des einkommensteuerlichen Kindergeldes abzusehen, ist sachlich gerechtfertigt:<br />
a) Die praktische Bedeutung einer Verzinsung des Kindergeldes nach <a href="http://dejure.org/gesetze/EStG/62.html"  target="_blank" title="&sect; 62 EStG: Anspruchsberechtigte">§§ 62 ff. EStG</a> wäre relativ gering. Da Kindergeld laufend monatlich gezahlt wird, dürfte eine Verzinsung nach einer angemessenen Karenzzeit (vgl. auch <a href="http://dejure.org/gesetze/AO/233a.html"  target="_blank" title="&sect; 233a AO: Verzinsung von Steuernachforderungen und Steuererstattungen">§ 233a Abs. 2 AO</a> 1977 &#8211;15 Monate&#8211; und § <a href="http://dejure.org/gesetze/SGB_I/44.html"  target="_blank" title="&sect; 44 SGB I: Verzinsung">44 Abs. 2 SGB I</a> &#8211;6 Monate&#8211;) nur relativ wenige Fälle betreffen. Die streitigen Beträge sind zudem regelmäßig relativ niedrig, während sich bei der Festsetzung von Einkommen-, Körperschaft- und Umsatzsteuer nach längeren Zeiträumen häufiger hohe betragliche Änderungen ergeben; dementsprechend werden z.B. auch der Solidaritätszuschlag und Nebenleistungen nicht von <a href="http://dejure.org/gesetze/AO/233a.html"  target="_blank" title="&sect; 233a AO: Verzinsung von Steuernachforderungen und Steuererstattungen">§ 233a AO</a> 1977 erfasst.<br />
b) Der Verzicht auf die Verzinsung bewirkt eine Vereinfachung. Die Verwaltung wird nicht nur von der Zinsberechnung entlastet, sondern z.B. auch vom Schriftverkehr zur Erläuterung von Rechtsgrundlagen und Höhe der Zinsen sowie &#8211;in Rückforderungsfällen&#8211; von der Bearbeitung von Erlassanträgen usw. Der Vereinfachungseffekt wiegt nicht nur schwer im Hinblick auf die relativ geringe praktische Bedeutung einer Verzinsung, sondern auch wegen der Änderung des Verwaltungsverfahrens ab 1996 und der damit verbundenen Belastungen.</p>
<p>c) Vom Gesetzgeber kann nicht erwartet werden, dass er gegen öffentliche Kassen gerichtete Ansprüche verzinst, deren Ansprüche jedoch unverzinslich belässt; dementsprechend erfassen <a href="http://dejure.org/gesetze/AO/233a.html"  target="_blank" title="&sect; 233a AO: Verzinsung von Steuernachforderungen und Steuererstattungen">§ 233a AO</a> 1977 und § 44 SGB I sowohl Forderungen als auch Verbindlichkeiten des Staates.<br />
Die im Streitfall vorliegende verzögerte Gewährung von Kindergeld ist praktisch wesentlich seltener als dessen Rückforderung. Kindergeld muss von den Familienkassen häufig zurückgefordert werden, weil die Voraussetzungen dafür weggefallen sind &#8211;z.B. wegen Beendigung der Ausbildung, Überschreitung der Einkunftsgrenze (vgl. <a href="http://dejure.org/gesetze/EStG/32.html"  target="_blank" title="&sect; 32 EStG: Kinder, Freibetr&auml;ge f&uuml;r Kinder">§ 32 Abs. 4 EStG</a>) oder Wechsel des Berechtigten&#8211;; dies wird zudem oftmals verspätet erklärt. Die Rückforderung von Kindergeld, welches regelmäßig für den laufenden Unterhalt verbraucht wurde, belastet die Betroffenen meist erheblich. Durch das Absehen von der Verzinsung werden die zur Rückzahlung verpflichteten Kindergeldbezieher entlastet. Die Verzinsung von Kindergeldnachzahlungen hat demgegenüber regelmäßig keine existentielle Bedeutung.<br />
d) Bei der Prüfung einer Verletzung des <a href="http://dejure.org/gesetze/GG/3.html"  target="_blank" title="Art. 3 GG">Art. 3 GG</a> ist nach der Rechtsprechung des BVerfG auch von wesentlicher Bedeutung, ob die ungünstige Rechtsfolge vermieden werden konnte (BVerfG-Beschluss vom 26. Oktober 2004  <a href="http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=2 BvR 246/98"  target="_blank" title="BVerfG, 26.10.2004 - 2 BvR 246/98">2 BvR 246/98</a>, BFH/NV 2005, Beilage 3, 259). Danach ist im Streitfall zu berücksichtigen, dass die Klägerin die Entstehung eines Zinsanspruchs durch alternative Sachverhaltsgestaltung hätte erreichen können: Statt ihr Einverständnis mit dem Ruhen des Einspruchsverfahrens zu erklären (vgl. <a href="http://dejure.org/gesetze/AO/363.html"  target="_blank" title="&sect; 363 AO: Aussetzung und Ruhen des Verfahrens">§ 363 Abs. 2 AO</a> 1977), hätte sie stattdessen auch eine Einspruchsentscheidung erzwingen (vgl. <a href="http://dejure.org/gesetze/FGO/46.html"  target="_blank" title="&sect; 46 FGO">§ 46 FGO</a>) und die Mühe und das Risiko einer Klageerhebung auf sich nehmen können; dadurch wäre ein Anspruch auf Prozesszinsen gemäß <a href="http://dejure.org/gesetze/AO/236.html"  target="_blank" title="&sect; 236 AO: Prozesszinsen auf Erstattungsbetr&auml;ge">§ 236 AO</a> 1977 entstanden.
</p>
<p align="justify"> Die Entscheidung kann im Volltext <a href="http://www.bundesfinanzhof.de/www/entscheidungen/2006.7.26/3R6404.html"  target="_blank">hier</a> abgerufen werden.</p>
<small style="text-color:#cccccc;">Copyright &copy; 2012 by <strong><a href="http://www.sokolowski.org" >Rechtsanwalt Strafrecht Joachim Sokolowski, Fachanwalt für Sozialrecht</a></strong> J. Sokolowski</small><hr/>]]></content:encoded>
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